Gewinn- und Verlustrechnung im Detail

Fangen wir doch einfach an und werfen einmal einen Blick auf die GuV-Rechnung:

1. Umsatzerlöse: Der Umsatz des Unternehmens, alles was das Unternehmen in dem Zeitraum eingenommen hat.

2. Herstellungskosten der zur Erzielung der Umsatzerlöse erbrachten Leistungen: Eigentlich auch selbsterklärend. Die Kosten, die zur Produktion angefallen sind.

3. Bruttoergebnis vom Umsatz: Ein erstes Zwischenergebnis. Die Differenz von 1 und 2, also Umsatz minus Herstellungskosten.

4. Vertriebskosten: Dies sind die Kosten, die beim Verkaufen der Produkte anfallen. Wie Transport-, Verpackungs- und Werbungskosten.

5. Allgemeine Verwaltungskosten: Verwaltungskosten. Diese Kosten können nicht einem einzelnen Produkt zugerechnet werden und fallen im Unternehmen allgemein an. Hierunter fallen Posten wie Gehälter des Verwaltungspersonals, Kosten für Wirtschaftsprüfungen, Büromaterialien usw.

6. Sonstige betriebliche Erträge: Siehe Punkt 7.

7. Sonstige betriebliche Aufwendungen: Hierunter fallen Erträge und Aufwendungen, die regelmäßiger anfallen, jedoch nicht in die obigen Punkte passen.

Betriebsergebnis (operatives Ergebnis): Ein weiteres Zwischenergebnis. Dies gibt die Erträge bzw. Verluste aus dem operativen Betrieb an.

8. Erträge aus Beteiligungen: Gewinne, die bei anderen Unternehmen anfallen, an denen man beteiligt ist und die man überwiesen bekommen hat. Hierunter fallen beispielsweise Dividendenzahlungen von gehaltenen Aktien, wenn das Unternehmen mindestens 25% der Aktien hält.

9. Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens: Hierunter fallen Gewinne auf gekaufte Anleihen aber auch Aktiengewinne und Dividenden, wenn das Unternehmen weniger als 25% der Aktien hält.

10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge: Sonstige Zinsen, wie beispielsweise Guthabenzinsen bei Bankkonten.

11. Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens: Wenn Beispielsweise Aktien dauerhaft niedriger notieren, als bei der Anschaffung oder es bei Anleihen zu einem Ausfall kommt, dann wird dies hier angegeben.

12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen: Zinsen, die von dem Unternehmen gezahlt werden müssen.

Finanzergebnis: Die Summe der Punkte 8-12. Gibt die gesamten Erträge und Aufwendungen aus, der durch Finanzgeschäfte aufgetreten ist. Bei den meisten produzierenden Unternehmen ist dieser Posten, aufgrund der auf das Fremdkapital zu zahlenden Zinsen, negativ.

13. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit: Dieser Punkt wird auch das Ebit genannt. Dieser ist ein weiteres Zwischenergebnis der obigen Punkte und gibt das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit wieder. Alles, was nach diesem Punkt kommt sind einmalige Sondereffekte. Wobei man aufpassen muss, da hier auch schon Abschreibungen mit enthalten sind.

14. Außerordentliche Erträge: Siehe Punkt 15.

15. Außerordentliche Aufwendungen: 14 + 15 geben Aufwendungen und Erträge an, die besondere einmalige Ereignisse darstellen und nicht durch die normalen Geschäftstätigkeiten verursacht sind. Hierunter fallen beispielsweise der Kauf/Verkauf von Maschinen oder Immobilien bzw. Unternehmen. Tätigkeiten, die hier aufgeführt sind, werden normalerweise im Geschäftsbericht auch näher erklärt.

16. Außerordentliches Ergebnis: Hier werden Punkt 14 und 15 miteinander verrechnet.

17. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag: Hier wird die zu zahlende Höhe der Körperschaftssteuer und der Gewerbeertragssteuer angegeben.

18. Sonstige Steuern: Alle weiteren anzufallenden Steuern.

19. Jahresüberschuß/Jahresfehlbetrag: Hier sind wir endlich am Ziel. Der Jahresüberschuß. Dies ist die Summe, die das Unternehmen verdient hat bzw. wenn es schlecht lief, verloren hat.

Mit ca. 20 Punkten ist diese Rechnung wohl alles andere als kurz, aber dafür bekommt man hier auch einiges geboten 🙂 . So lässt sich mit dieser Rechnung wirklich sehr viel über die aktuellen Geschäftstätigkeiten aussagen. Hat man beispielsweise die GuV-Rechnungen von mehreren Jahren vor sich liegen, so kann man schön die Veränderung des Gewinns verfolgen und genau sehen, wie das Unternehmen (hoffentlich) gewachsen ist.

So sieht man hier sehr schnell, ob ein Unternehmen durch den Ausbau der operativen Unternehmung wächst, oder ob dieses Wachstum nur auf Einmaleffekte zurück geht. Sollte letzteres der Fall sein, so ist das Wachstum wahrscheinlich nicht nachhaltig und Vorsicht ist geboten, da der Gewinn dann in Zukunft wahrscheinlich wieder Einbrechen sollte.

Als Einsteiger ist dies alles vielleicht ein wenig viel und man sollte sich einfach einmal ein Unternehmen heraussuchen und all diese Punkte an diesem Beispiel nachvollziehen. Dies gibt einem dann einen ersten Eindruck von der typischen Höhe der einzelnen Posten.

Fazit

Die Gewinn- und Verlustrechnung ist ein wirklich außerordentlich wichtiger Teil, den man zur Unternehmensanalyse benötigt. Schließlich bekommt man an keiner anderen Stelle so detailliert Auskunft über die Herkunft und Veränderung der Gewinne eines Unternehmens. Als nächstes beschäftigen wir uns dann mit der Cashflowrechnung.

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