Die Gewinn- und Verlustrechnung – Artikelserie

Nachdem wir nun Aktiva und Passiva kennen gelernt haben, werden wir uns heute einmal mit der Gewinn- und Verlustrechnung auseinander setzen. Mit Hilfe von Aktiva und Passiva stellt ein Unternehmen die Mittelverwendung dar. Sie geben zwar eine Übersicht über die finanzielle Basis des Unternehmens, was aus dieser Darstellung jedoch nur schlecht hervor geht ist, wie der aktuelle Gewinn des Unternehmens zustande kommt. Hier kommt dann die, für den Anleger wichtige, Gewinn- und Verlustrechnung ins Spiel.

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie Einstieg Bilanzanalyse. In dieser Serie erkläre ich Schritt für Schritt, wie man eine Bilanz liest.

Was ist die Gewinn- und Verlustrechnung?

In der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) werden die in einem Jahr erzielten Erträge und Aufwendungen untereinander aufgelistet. Das Ziel dieser Rechnung ist es, den in diesem Zeitraum angefallene Gewinn zu ermitteln. Hierbei werden von dem erzielten Umsatz so lange alle Kosten abgezogen und Erträge hinzu addiert, bis der Gewinn übrig bleibt.

Mit dieser Auflistung lässt sich somit übersichtlich nachvollziehen, wie der angefallene Gewinn erwirtschaftet wurde und an welcher Stelle Kosten angefallen sind. Des weiteren lässt sich sehr schön sehen, ob dieser durch eventuelle Sondereffekte belastet wurde. Dies kann sehr wichtig sein, wenn dieser einmalig wesentlich höher oder geringer als erwartet ausfällt. Schließlich möchte man seine Einschätzung der Unternehmensentwicklung nicht durch einen einmaligen Sondereffekt verfälschen lassen.

Unterschied Gesamtkosten-/ Umsatzkostenverfahren

Bevor wir jetzt direkt in die Gewinn- und Verlustrechnung eintauchen, möchte ich vorab noch auf einen sehr wichtigen Punkt eingehen. So gibt es auch bei dieser Rechnung wieder einmal zwei Vorgehensweisen, zwischen denen sich ein Unternehmen bei der Aufstellung unterscheiden muss. Nämlich zwischen dem Gesamtkostenverfahren und dem Umsatzkostenverfahren.

Der grundlegende Unterschied zwischen diesen beiden Verfahren ist die Menge der in die Rechnung einbezogen Waren. So fließen bei dem Umsatzkostenverfahren nur die Erträge und Kosten für Waren in die Gewinn- und Verlustrechnung ein, die in diesem Zeitraum auch verkauft werden. Auf Vorrat produzierte Produkte fließen hingegen nicht ein.

Bei dem Gesamtkostenverfahren ist dies anders. Bei diesem fließen wirklich alle angefallenen Erträge und Kosten in die GuV ein. Eine Konsequenz dieser beiden Verfahren ist, dass auch die ersten 7 bzw. 8 Punkte der GuV leicht unterschiedlich sind. Da dies für den Anleger meiner Meinung nach eher unwichtige Unterschiede sind, so kommt bei beiden Verfahren das gleiche Betriebsergebnis heraus, werde ich mich hier nur auf ein Verfahren konzentrieren. Ich werde in dem weiteren daher nur das Umsatzkostenverfahren besprechen, da dies das international geläufigere ist.

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