Die Eurokrise – Ursachen und mögliche Lösungen

Aktuell werden die Märkte weltweit mal wieder sehr stark von der Politik bestimmt. Jede größere Äußerung von europäischen Spitzenpolitikern zu der zukünftigen Entwicklung Europas wird mit recht starken Kursschwankungen erwidert. In diesem Beitrag möchte ich mich einmal näher mit der europäischen Krise auseinander setzen, da meiner Meinung nach hierzu sehr viel geschrieben wird, was den Kern der Sache nicht ganz trifft.

Die Ursache der Eurokrise

Schauen wir uns doch zuerst einmal an, wo diese Krise überhaupt herkommt. Nach der letzten großen Bankenkrise mussten in vielen Staaten weltweit Banken gerettet und mit Steuergeldern wieder aufgebaut werden. Diese Staaten mussten für diese Rettungspakete und Konjunkturanregungen ihre Verschuldung erhöhen.

Dies wäre jetzt an sich für die Weltwirtschaft weniger dramatisch, wenn die Staaten nicht vorher schon einen ziemlichen Schuldenberg aufgetürmt hätten. In Kombination mit diesen Altschulden ist die Gesamtverschuldung vieler Staaten auf ein sehr kritisches Niveau angestiegen und viele Staaten müssen nun mit deren Konsequenzen kämpfen.

Warum Europa?

Eine Frage, die sich jetzt aber regelrecht aufdrängt ist, warum es gerade die Europa trifft und nicht etwa andere Staaten. So sind beispielsweise die USA und Japan noch viel stärker verschuldet, als es die europäischen Staaten sind.

Schaut man sich aber einmal die betroffenen Staaten genauer an, so bemerkt man, dass diese Staaten alle den Euro als Währung eingeführt haben und somit nicht mehr über eine eigene Währung verfügen. Das Problem hierbei ist aber, dass mit der Aufgabe der eigenen Währung auch die eigene Zentralbank entmachtet wurde. Diese können nun den Staaten nicht mehr helfend unter die Arme greifen und die Schulden garantieren bzw. die eigene Währung abwerten und sich somit einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Anstelle der eigenen Zentralbank tritt nun eine gemeinsame Zentralbank (die EZB), die aber allen Euroländern gerecht werden will. Das wirkliche Problem an dieser Sache ist aber das Ziel der EZB, die Inflation in der gesamten Eurozone bei knapp unter 2 % zu halten. In normalen Zeiten ist dies vielleicht eine Sinnvoll Zielsetzung, in der aktuellen Krise ist diese jedoch ziemlich schädlich.

So gibt es nämlich immer noch einen Teil der Eurozone, der ein ordentliches Wirtschaftswachstum an den Tag legt und somit zu einer höheren Inflation beiträgt. Dieser Teil zieht aber die Gesamtinflation der gesamten Währungszone nach oben. Da die EZB gezwungen ist, sich an dem Mittelwert zu orientieren, führt dies zu einer falschen Geldpolitik für einen großen Teil der Eurozone.

In einigen Ländern, wie beispielsweise Deutschland ist die Geldpolitik zu lasch und in anderen wie Italien, Spanien und Griechenland ist sie zu restriktiv. Somit heizt die Zentralbank in einigen Teilen die Wirtschaft zu stark an und in anderen wird sie zu stark abgewürgt. Die Eurozone driftet somit wirtschaftlich immer stärker auseinander und verstärkt die Eurokrise.

Wäre dies das einzige Problem, so könnte sie dies vielleicht verkraften. Hinzu kommen jetzt aber auch noch die hohen Schulden der wirtschaftlich angeschlagenen Ländern. Die Märkte verlieren langsam das Vertrauen in die angeschlagenen Staaten und stellen diesen immer weniger Geld zu Verfügung, da sie fürchten müssen ihr Geld nicht mehr wieder zu sehen.

Bleibt dieser Zustand längerfristig bestehen, so kann dies ziemlich tödlich für die betroffenen Staaten sein, die sich in einem Teufelskreis befinden. Durch die starken Sparprogramme wird die Wirtschaft abgewürgt, woraufhin die Einnahmen sinken und somit die Verschuldung zunimmt. Hierdurch steigen die Zinsen und die Staaten müssen mehr sparen.

Dies kann man immer so weiter treiben, bis man die Wirtschaft vollständig ruiniert hat. Gerade wir Deutschen haben damit sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Ich kann zur weiteren Lektüre nur diesen Artikel im Herdentrieb empfehlen.

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